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Kimsufi – günstige Dedicated Server zum Lernen und Testen

Da im Nerdzimmer ein Haufen Nerds mit ihren Spielzeugen sitzen, kommen wir alle Zwangsweise mit verschiedenen Hosting-Unternehmen in Kontakt. In diesem Artikel möchte ich ein bisschen über Europas wohl günstigen Dedicated Server-Anbieter Kimsufi schreiben. Doch wo kriege ich denn Hosting überhaupt her?

Da gibt es die großen in Deutschland und Europa: Hetzner, MyLoc, OVH, 1&1 IONOS*, etc.
Genau so gibt es kleinere: Contabo, Noez*, All-Inkl*, Nitrado

Manchmal gibt es sogar Firmen, die haben mehrere Marken: MyLoc bietet unter dem Firmennamen dedizierte Server und Managed Hosting an, unter der Marke Webtropia gibt es jedoch auch Webhosting und virtuelle Server, sowie bei Servdiscount dedizierte Server aus zweiter Hand.

Was ist Kimsufi?

Kimsufi ist genau solch ein Anbieter und eine Tochtergesellschaft von OVH aus Frankreich. Die Server sind sogenannte Second Hand Server, waren für OVH also schon profitabel und sind abbezahlt, was mit ein Grund ist, weshalb sie so günstig ist. Man beschränkt sich auf wenige, einfache Komponenten, die man dann tausendfach in den Rechenzentren stehen hat und hat so eine sehr strukturierte Infrastruktur.

Ebenso wird hier beim Support gespart: Managed Services oder Hilfestellungen zu Software-Problemen gibt es nicht. Einzig auf Hardwaredefekte geht man ein, ist eine Komponente des Servers kaputt, wird diese ausgetauscht.

Andererseits profitiert man hier auch von der langjährigen Erfahrung der Mutterfirma sowie deren potentem Netzwerk – DDoS-Attacken von Script-Kiddies (ja, damit hat man immer wieder mal zu tun) kommen hier, anders als bei einigen anderen Hosting-Infrastrukturbetreibern, nicht so einfach durch.

Einsatzzweck

Mit Kimsufi baut ihr nicht das nächste Netflix, aber vielleicht die ersten Versuche in eurem Unternehmen auf. Das Angebot eignet sich sehr gut für Linux-Einsteiger, zum Lernen von neuen Methoden der Serveradministration, Anwendungen oder einfach nur als Testserver. Ich nutze sie hauptsächlich als riesiges Datengrab für alles, was ich irgendwann mal wieder brauchen werde.

Nebenbei erfüllen sie jedoch auch einige aktive Aufgaben: Als TeamSpeak-Server, Nextcloud, oder einfach nur als Monitoring-Server für alles andere, was ich sonst so noch im Internet hängen habe.

Quanto costa?

Costa fast gar nix. Naja fast. Den kleinsten Server erhält man für 4,75€ pro Monat, er wird immer Voraus bezahlt und muss aktiv verlängert werden – man erhält jedoch 3 Erinnerungsmails von OVH und kann auch einfach Guthaben im Account aufladen oder den Server direkt für ein Jahr im Voraus bezahlen. Bei der Bestellung kommen aktuell ca. 10€ Einrichtungsgebühren dazu, bei der Verlängerung zahlt man nichts extra, auch nicht für Kreditkartenzahlung.

Bei der Zahlung sollte ich noch anmerken, dass man momentan zwar ein SEPA-Bankverbindung hinterlegen kann (das Lastschriftmandat muss man händisch unterschreiben und per Post nach Frankreich senden), dann jedoch absolut nichts passiert. SEPA-Lastschrift wird als Zahlungsmethode wohl bis Sommer implementiert, auch den 80er-Jahre Prozess mit ausdrucken, unterschreiben und per Post durch die halbe Welt senden, möchte man noch optimieren. Aktuell kann man mit PayPal, Kreditkarte oder klassischer Banküberweisung bezahlen.

We don’t provide, at least for now, automatic renewals. Therefore, adding your SEPA account won’t do anything, unfortunately. Therefore, we kindly ask you to wait few months more, as we want to provide this until this summer, but we also need to mention that we don’t have a proper ETA.

OVH Support, 25.03.2019

Down- oder Upgrades gibt es nicht, braucht man andere Leistung, muss man einen neuen Server bestellen, die Daten manuell übertragen und lässt den dann alten einfach auslaufen.

Kundencenter

Kimsufi bietet ein übersichtliches, recht aufgeräumtes Kundencenter mit einigen Basisfunktionen zur Verwaltung und Steuerung des Servers. Das sieht im Groben in etwa so aus:

Kimsufi Kundencenter
Kimsufi Kundencenter

Es gibt deutlich mehr Funktionen, als ich ursprünglich dachte. Man kann eigene SSH-Keys hinterlegen, die bei einer Neuinstallation des Servers oder bei Nutzung des Rescue-Systems automatisch mit eingebunden werden, online die Festplatte partitionieren, der Server wird kontinuierlich überwacht, und – was mir sehr gefällt – man kann eigene Templates basierend auf den von Kimsufi bereits gestellten Images bauen.

Taugt’s was?

Ja, zum Testen und für alles, wo es nicht tragisch ist, wenn es nicht 99,99% Verfügbarkeit hat. Wer ernsthaft Hosting betreiben möchte, ist bei anderen Angeboten besser bedient, gibt dort aber auch mehr Geld. Neueinsteiger sind gut bedient, und als Testysteme eigenen sie sich auch gut.

Transparenzinformation

Bei den mit einem * (Stern) gekennzeichneten Verlinkungen handelt es sich um sogenannte Kunden werben Kunden-Links, bei dem wir als Betreiber des Nerdzimmers eine kleine Prämie erhalten, wenn du dich bei den benannten Unternehmen für eine Hosting-Dienstleistung anmeldest und eine Bestellung durchführst. Der Preis für dich bleibt derselbe, als ohne KwK-Link, bei manchen Unternehmen gibt es Vorteile für den neuen Kunden. Wir nutzen dieses Konzept als Teil unserer Finanzierungsstrategie, aber vor allem, um unseren Lesern nervige und ihrer Privatsphäre nachhaltig schädigende Werbung zu ersparen. Ebenso nutzen wir diese Methode der Gewinnbeteiligung nur bei Unternehmen, von denen wir aus eigener Erfahrung und mit gutem Gewissen Geschäftsbeziehungen zu unseren Lesern empfehlen können – was auch ein Grund ist, weshalb nicht alle hier gelisteten Unternehmen einen solchen Link tragen. Manche stellen auch kein Kunde wirbt Kunde / Partnerprogramm zur Verfügung.

Veröffentlicht von

Wird von seinen Freunden Jay genannt. 18 Jahre alt, kommt aus Stuttgart. Arbeitet als Systemadministrator in der schönen Landeshauptstadt. Nutzt ICE-Züge als S-Bahn. Schreibt auch privat ein Blog und tweetet viel.

2 Kommentare

  1. Wenn ich meinen Server dort nicht verlängere, sondern nur Mein Prepaid-Account auflade mit 10 Euro, nimmt sich der Server das Geld von Mein Prepaid-Account selbst, oder läuft der Server aus, und ich verliere den Server?

    Antworten

    • Du musst den Server selbst aktiv verlängern. Jedoch erhältst du vor dem Löschen des Servers mind. drei E-Mails, dass demnächst eine Verlängerung ansteht und selbst wenn er abgeschaltet wird, hast du noch ein paar Tage Zeit, ihn zu reaktivieren, bevor er endgültig gelöscht / formatiert wird und du deine Daten verlierst.

      Antworten

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